Restaurierung der Stuckdecken abgeschlossen

Das Team von Jan Verbeke arbeitete monatelang im Refektorium der Parkabtei. Peinlich genau stellte es die Stuckdecken des Künstlers Jan Christian Hansche wieder her. „Alle bewundern unsere Geduld.“

Jan Verbeke in de refter.

Jan Verbeke (65) studierte Architektur in Gent. „Dort habe ich nach meinem Studium auch meine ersten Stuckrenovierungen ausgeführt. Ich hatte meine Studentenbude im Caermersklooster. In dessen Sakristei haben ich unter anderem den Rokokostuck konserviert und restauriert. Ja, mit Klöstern habe ich Erfahrung“, lacht er.

Stuckdecken von Hansche

In der Parkabtei kümmerte sich Verbeke um die Stuckarbeiten des meisterhaften Stuckators Jan Christian Hansche. „Hansche hat der Parkabtei zwei Werke hinterlassen: die historischen Decken der Bibliothek und des Refektoriums. Bei ihnen handelt es sich um einzigartige Kunstwerke des ausgehenden 17. Jahrhunderts.“

Die Stuckdecken von Hansche sind einzigartige Kunstwerke des 17. Jahrhunderts.
Jan Verbeke
Jan en zijn team aan de slag aan het plafond.

„Der Stuck wurde auf Holzlatten aufgetragen, die mit schmiedeeisernen Nägeln an den schweren Deckenbalken befestigt sind. Auf diesem Lattengang schuf Hansche aus Kalkmörtel beeindruckende Szenen mit Figuren von Menschen und Tieren“, erläutert Verbeke.

Der Stuck im Refektorium wies bereits längere Zeit kritische Risse auf und die Decke drohte durchzusacken. „Stellenweise lösten sich Stuckteile durch Bewegungen dieses Gebäudes. Ihnen drohten schwere Schäden“, so Verbeke.

Zurück zum Ursprung

Die Arbeiten begannen im September 2018. Verbeke und sein Team merkten schnell, dass seitlich an der Decke Wasser eingedrungen war. „Mit sachkundigen Ingenieuren haben wir uns angesehen, wie wir das Problem lösen konnten. Die verrotteten Balken wurden entfernt und durch neue Epoxidbalken ersetzt. Diese Aufgabe war nicht ohne Risiko, denn der Stuck hätte herabstürzen können.“

Die Absicht hinter der Restaurierung war, zurück bis zur ursprünglichen Farbfassung der Decke zu gehen. „Der Stuck wurde im Laufe der Jahre einige Male gestrichen, wodurch die feinen Details verloren gegangen sind. Wir haben diese Farbschichten vorsichtig bis auf den Stuck entfernt, wodurch die Details wieder sichtbar wurden.“

Entfernt wurden die Farbschichten durch Einweichen mit feuchten Kompressen und mithilfe von Skalpellen. „Eine Fleißarbeit, aber Schritt für Schritt zeigten sich Fortschritte. Alle bewundern unsere Geduld.“

„Ich mache diese Arbeit aus Liebe zur unverfälschten Handwerkskunst von damals“
Jan Verbeke
Het stucwerkplafond in de refter van Abdij van Park

Jan Verbeke und seine drei Mitarbeiter waren tagein/tagaus beschäftigt. „So konnte sich jeder um einen Teil kümmern und wir konnten uns gegenseitig über Fragen austauschen. Erst als alle Farbschichten entfernt waren, ließen sich die Risse wirklich einschätzen. Danach haben wir die Originalteile erneut mit einem dünnflüssigen Stuckmörtel fixiert, der dem ursprünglichen Mörtel entsprach.

Handwerkliches Können

Ob Verbeke ein Künstler ist? Neben seinem technischen und wissenschaftlichen Know-how schlummert in ihm sicherlich eine Künstlerseele. „Ich mache diese Arbeit aus Liebe zur unverfälschten Handwerkskunst von damals. So etwas wird heutzutage nicht mehr geschaffen. Wir freuen uns, solche einzigartigen Kunstwerke restaurieren zu dürfen.“ Jeder Eingriff, jede Behandlung wird vor der Ausführung ausführlich untersucht und besprochen.

Die Restaurierung dieser Stuckarbeiten ist nur ein Teil der laufenden Arbeiten, aber Jan Verbeke betont ihre Bedeutung. „Dass diese Aufgabe entsprechend spezialisierten Restaurateuren vorbehalten ist, belegt einmal mehr, dass überall in dieser Abtei größte Rücksichtnahme waltet. Für die Stadt Leuven zählt nur Qualität. Wir haben deshalb dafür gesorgt, dass unsere Arbeit an den Decken auch in Zukunft eine Augenweide bleibt“, sagt Verbeke abschließend.

Nach Abschluss dieser Tätigkeiten wird das Refektorium weiter restauriert und fertiggestellt. Unter anderem erfolgen Malerarbeiten, die noch ein weiteres Jahr dauern werden. Besucher können das Refektorium daher erst wieder 2021 bewundern.
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