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Geschichten über die Parkabtei: Raj

„Wir sind Hindus, aber wir kommen oft hierher, um eine Kerze anzuzünden“

Raj aan de watermolen.

Raj hat die Abtei gemeinsam mit seiner Frau entdeckt. „Wir sind einfach auf einer Wanderung hier gelandet. Und genau wie damals, wandere ich auch heute noch gerne. Ich bin beispielsweise nur diesen Monat schon 200.000 Schritte gelaufen!“

Raj ist ein Wanderer, das steht fest. Er trägt feste Schuhe und eine wind- und wasserdichte Jacke. Der Sechzigjährige ist trotz des grauen Wetters guten Mutes unterwegs. „Ich habe früher viel zu viel am Schreibtisch gesessen. Sowohl während des Studiums als auch auf der Arbeit“, seufzt Raj. „Pensioniert zu sein hat enorme Vorteile: Ich habe jetzt ganz viel Zeit zum Wandern!“

It’s all about exploring. Die Parkabtei ist eine fantastische Grünzone”, fährt Raj fort. „Wenn wir indische Gäste zu Besuch haben, führe ich sie auch immer hier herum. Am Wochenende oder in den Sommerferien ... Sie finden es ganz fantastisch“, sagt Raj lächelnd.

„Gesehen, wie sich alles verändert“

Auf unsere Frage, wie Raj nach Leuven gekommen ist, erzählt er uns seine Lebensgeschichte. „Als ich Consultant Engineer war, traf ich im Rahmen einer Handelsmission einen belgischen Geschäftsmann. Er lud mich nach Leuven ein und gab mir schließlich eine Anstellung in seinem Unternehmen. Dort habe ich bis zu meiner Pensionierung gearbeitet”, erzählt Raj lächelnd.

Raj kennt Leuven jetzt schon seit 35 Jahren. „Als ich hier ankam, war ich tief beeindruckt von den historischen Gebäuden, ihrer Architektur ... So etwas hatte ich in Indien noch nie gesehen. Und das Schönste ist: Ich habe gesehen, wie sich alles verändert. Der Ladeuzeplein, der Bahnhofsplatz … Die Stadt ist erwachsen geworden, genau wie wir.”

Auch die Veränderungen auf dem jahrhundertealten Abteigelände gefallen Raj besonders gut. „Ich besuche gerne Abteien, sowohl mit meiner Familie als auch alleine. Das sind gute Gelegenheiten für eine kurze Besinnung. Meine Frau und meine Tochter zünden hier regelmäßig in der Kirche eine Kerze an. Wir sind Hindus, aber damit erweisen wir Gott die Ehre. Denn alles, was die Natur uns gibt, ist ein Geschenk Gottes.“

Inspirationen sammeln

Raj hat außerdem einen Bildhauereikurs am SLAC/Akademie der Bildenden Künste belegt. „Als zufällig von der Parkabtei die Rede war, sagte mein Kursleiter, dass dies der ideale Ort sei, um Inspirationen für die Bildhauerei zu sammeln. Es gibt dort so viel, wenn man sich nur die Zeit zum Hinschauen nimmt. Time is on our side”, sagt Raj abschließend.

Raj setzt sich auch für den Verein „Verloren Tuinen“ (Verlorene Gärten) ein, dessen Ziel die historische Rekonstruktion der königlichen Gärten in Khajuraho (Indien) ist. Weitere Infos finden Sie auf http://www.lostgardens.com/.