Titel

Kirche in Not: die erste Partnerorganisation

„Der Schlüssel zum Glück ist der Glaube an das Positive“

Uma en Marina van Kerk In Nood

Noch vor Beginn der Restaurierung des Abteigeländes zog „Kirche in Not“ (Kerk in Nood) in die Parkabtei. Als katholischer Wohltätigkeitsverein unterstützt es Gläubige in der ganzen Welt. „Durch Dialog und Begegnung versuchen wir, das Positive zu stimulieren.“

Kirche in Not hat seinen organisatorischen Sitz im wunderschönen Wagenhaus auf dem Neerhof der Parkabtei. Der Wohltätigkeitsverein entstand auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs. „Unser Gründer war Speckpater Werenfried van Straaten. Er war Norbertiner, was auch erklärt, warum wir hier gelandet sind“, erzählt Uma Wijnants, die Direktorin von Kirche in Not.

Marina Coomans, ihre rechte Hand, ergänzt: „Wir hatten unseren Sitz zunächst in der Abtei von Tongerlo. Als wir 2005 hierher umzogen, war die Parkabtei verwahrlost. Auf dem Innenhof war es stockdunkel, die Abteimühle stand kurz vor dem Einsturz ... Was heute unser Eingangsbereich ist, war damals noch ein Säulengang! Seitdem hat sich glücklicherweise viel verändert“, lacht sie.

Religiöser Charakter

Het Wagenhuis, het hoofdkwartier van Kerk In Nood

„Eigentlich waren wir die erste Organisation hier, mit Ausnahme der Pater natürlich“, erklärt Marina. „Ich erinnere mich noch, dass Prior Swarte sehr froh war, dass wir hierher gekommen sind. Denn wir haben das Gebäude aufgewertet und tragen jetzt dazu bei, dass der religiöse Charakter der Abtei erhalten bleibt.“

Kirche in Not leistet Entwicklungshilfe für die römisch-katholische Kirche. „Wir helfen Gläubigen in der ganzen Welt. Es kann sich dabei um Unterstützung für Flüchtlinge oder Arme handeln, aber auch um Nothilfe nach Überschwemmungen, Erdbeben ... Die Hilfe läuft dann über die Bischöfe vor Ort“, erläutert Uma.

Die Organisation finanziert sich mit Spenden von Privatpersonen. „Wir haben rund 12.000 Wohltäter in Belgien. Diese laden wir regelmäßig zu Veranstaltungen ein und berichten ihnen immer, wofür ihr Geld verwendet wurde. Auch dieses Gebäude konnte übrigens dank eines unserer Wohltäter restauriert werden“, fährt Uma fort.

Dialog und Begegnung

Uma ontvangt kardinaal Jozef De Kesel

Kirche in Not organisiert Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit wie z. B. die Begegnungstage. „An solchen Tagen versuchen wir, durch Dialog und Begegnung das Positive zu stimulieren. Wenn man die Geschichten von Menschen aus fernen Ländern hört, relativiert sich vieles. Wir Belgier sind manchmal viel zu gestresst und werden dadurch negativ“, so Uma.

Kirche in Not nimmt außerdem jedes Jahr zahlreiche Priesterstudenten auf. „Wir haben Studenten aus Indien, Nigeria, dem Kongo, dem Südsudan, von den Philippinen ... Wenn man hier herumläuft, hört man alle Sprachen“, lacht Marina. „Für sie ist Leuven ein Abenteuer. Einer von ihnen war sehr erstaunt über den Milchautomaten, denn bei ihnen ist Milch sehr kostbar. Und ihr Blick, wenn sie das Friedensglockenspiel hören - der ist einfach Gold wert!“

„Der Glaube an das Positive“

Einige Studenten sind von der religiösen Praxis in unseren Breiten irritiert. „In der Kirche sehen sie vor allem ältere, stille Menschen. Das ist beispielsweise in Nigeria ganz anders. Als Dankgebet vor dem Essen singen und tanzen unsere nigerianischen Studenten. Und das ist nicht selbstverständlich, denn unter dem Joch von Boko Haram gab es dort enorme Gräueltaten. Diese jungen Menschen studieren jetzt, um die Welt zu verbessern. So werden sie zu Missionaren, auch hier in Belgien“, erläutert Uma.

De vlag van Kerk In Nood wapper op het Neerhof

Die römisch-katholische Kirche erlebt seit Jahren schwere Zeiten. „Die Kirche ist eine Kirche von Menschen und Menschen machen Fehler“, sagt Uma. „Es gab viele Skandale, aber wir von Kirche in Not sind überzeugt, dass wir etwas bewirken können. Der Schlüssel zum Glück ist der Glaube an das Positive.“

Hilft die Ruhe auf dem Abteigelände ihnen dabei? „Auf jeden Fall! Ich genieße diesen Ort jeden Tag. Und nicht nur wir genießen es: Ich habe hier auch schon Monsignores um die Teiche joggen sehen“, lacht Uma. „Wir denken vielleicht nicht oft genug darüber nach, aber dies ist ein toller Arbeitsplatz.“

Kirche in Not organisiert häufig Veranstaltungen auf dem und rund um das Abteigelände. Auf ihrer Website finden Sie einen Kalender mit den anstehenden Events