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Geschichten über die Parkabtei: Pater Filip

“Wir überwachen den religiösen Aspekt der Abtei"

De norbertijnenpaters in de kerk
De inwonende norbertijnenpaters anno 2018, met pater Filip linksboven.

Filip Noël, Pater und Schatzmeister der Abdij van Park, wohnt zusammen mit vier weiteren Norbertinerpatern in der Abtei. „Ohne uns wäre dies einfach nur eine alte Abtei.“

1985 besuchte Filip Noël (53) aus Eeklo zum ersten Mal das Abteigelände. „Im Rahmen meiner Dienstpflicht hielt ich mich hier in der Nähe, in der Kaserne De Hemptinne, auf. Abends kam ich oft hierher. Ich war damals bereits eingetreten und aß zusammen mit den Patern, machte das Abendgebet hier ... Die Ruhe gefiel mir.  Diese Abtei ist etwas ganz Besonderes – eine beispiellose Perle.“

Was macht sie zu einem so schönen Ort? „Die Abtei ist außergewöhnlich gut erhalten. Ich bin sehr viel in Europa herumgereist und habe zahlreiche alte Abteien und Ruinen besucht.  Doch etwas, das so gut erhalten ist, seit 1129? Nein, das habe ich noch nirgendwo gesehen.“

„Dieses Gelände strahlt Geschichte aus“, fährt Pater Filip fort. „Man kann hier außerdem sehr gut die kulturhistorische Entwicklung sehen.  Wir führen auch weiterhin Erneuerungen durch, so wird zum Beispiel das Friedens-Glockenspiel hier am 11. November wieder läuten.”

Studentenzimmer

Pater Filip ist allerdings in die Abtei von Averbode eingetreten. „Das ist für den Rest meines Lebens mein Zuhause. Ich wohnte Anfang der 1990er Jahre bereits in der Parkabtei, als Student. Das Kloster stand schon damals größtenteils leer – es gab damals noch 12 Pater. Die Zimmer waren vielleicht etwas alt und abgewohnt, doch mehr brauchte ich nicht. Es gab hier sogar eine Tischtennisplatte!“, lacht er.

Auch meinen Kommilitonen gefiel die Abtei gut. „Viele Mitbewohner von damals haben hier ihre gesamte Karriere verbracht. Zu jener Zeit wohnte Bruder Frans im Wagenhaus, das damals noch ein Bauernhof war. Wenn einer der Studenten Geburtstag hatte, feierten wir dort. Das dauerte dann bis spät in die Nacht“, erinnert sich Pater Filip.

Leben in der Abtei

Wie sieht heute ein gewöhnlicher Tag bei den Patern aus? „Wir sind früh aus den Federn, und das ist auch nötig für das Morgengebet und die Eucharistie. Wir versuchen daneben vor allem den Aufgaben des täglichen Lebens nachzugehen. Das klappt gut, dank unseres treuen Personals. Die Abtei ist nicht nur ein Arbeitsplatz: hier wird auch gelebt. Jeder hat seine eigene Aufgabe“, erklärt Pater Filip.

Noël ist der Schatzmeister der Abtei. „Neben dem Verlag von Averbode betreue ich unter anderem den Friedhof von Park. Pater Jef, der Prior, ist für die alltäglichen Dinge zuständig. Er kocht am Wochenende und beschäftigt sich außerdem mit musikalischen Studien. Pater Peter wiederum ist Pastor in Rotselaar und betet regelmäßig die Vesper mit.“

Gemeinsam beten

Die Pater beten gemeinsam zu festen Zeiten. „Wir haben jeden Tag unsere gemeinsamen Gebete in der Kirche. Die Zeiten sind auf unsere Möglichkeiten abgestimmt. Da wir nur vier Mitbrüder sind, können wir leider kein vollständiges Choroffizium halten.“

Die Pater sind übrigens sehr froh darüber, dass jetzt Renovierungen durchgeführt werden, „denn das Patrimonium muss gerettet werden. Wir fühlen uns durch die Arbeiten kaum gestört. Sie fangen hier morgens gegen 7 Uhr an – zu dieser Zeit sind wir schon eine Weile auf den Beinen. Wir halten uns auch nicht ständig in der Abtei auf.“

Religiöser Aspekt

Die Pater überwachen den religiösen Aspekt der Abtei. „Deshalb sind wir 2013 hierher gezogen. Wir sind für die Pastoralsorge zuständig, halten Gottesdienste in den umliegenden Gemeinden ... Wenn wir hier nicht wären, wäre dies einfach nur eine alte Abtei. In der Zukunft stehen wir hier vor einer Herausforderung, denn es gibt immer weniger Berufungen“, erklärt Pater Filip.

Im Moment gibt es hier immerhin zwei Pater-Studenten, aus Indien und aus dem Kongo. „Dank der starken Verbindungen mit der KU Leuven”, weiß Pater Filip. „Das Theologiestudium führt Menschen aus der ganzen Welt nach Leuven. Vielleicht treten hierdurch junge Norbertiner in unseren Orden in der Parkabtei ein“, schließt Pater Filip. ab.